Ein neuer Mac — das Auspacken fühlt sich jedes Mal besonders an. Aber nach der ersten Freude kommt die Frage: Wie richte ich das Ding jetzt richtig ein? Damit du von Anfang an das Beste aus deinem Mac rausholst und keine wichtigen Schritte vergisst, haben wir diese komplette Checkliste zusammengestellt. Von der Apple-ID über Sicherheitseinstellungen bis hin zu den besten Apps und Tastaturkürzeln — Schritt für Schritt zum perfekt eingerichteten Mac.
1. Erste Schritte nach dem Auspacken
Beim ersten Einschalten führt dich der Einrichtungsassistent durch die wichtigsten Grundeinstellungen. Hier ein paar Tipps, damit du nichts verpasst:
- Sprache und Region: Wähle “Deutsch” und “Schweiz” — so bekommst du die richtigen Tastaturlayouts und Formate (z.B. CHF statt EUR).
- WLAN verbinden: Stelle sicher, dass du ein stabiles Netzwerk auswählst. Für die Einrichtung werden einige Daten heruntergeladen.
- Apple-ID anmelden: Wenn du bereits ein iPhone oder iPad hast, nutze dieselbe Apple-ID. So synchronisieren sich Kontakte, Kalender, Fotos und Passwörter automatisch. Noch keine Apple-ID? Erstelle eine direkt im Assistenten — verwende dafür eine E-Mail-Adresse, auf die du langfristig Zugriff hast.
- Migrationassistent: Falls du einen alten Mac ablöst, kannst du hier alle Daten übernehmen. Bei einem komplett neuen Start wähle “Jetzt nicht” — ein sauberes System ist oft die bessere Wahl.
2. macOS-Updates als Erstes installieren
Sobald du auf dem Schreibtisch landest, solltest du sofort nach Updates suchen. Apple liefert Macs manchmal mit einer älteren macOS-Version aus, und Updates bringen nicht nur neue Funktionen, sondern vor allem Sicherheits-Patches.
So geht’s: Systemeinstellungen → Allgemein → Softwareupdate. Installiere alles, was verfügbar ist, und aktiviere gleich die automatischen Updates. Plane 30–60 Minuten ein — der Mac startet dabei mehrmals neu.
3. FileVault aktivieren — deine Daten verschlüsseln
FileVault verschlüsselt deine gesamte Festplatte. Sollte dein Mac gestohlen werden oder verloren gehen, kann niemand ohne dein Passwort auf deine Daten zugreifen. Bei modernen Macs mit Apple Silicon läuft die Verschlüsselung im Hintergrund ohne spürbare Leistungseinbussen.
So geht’s: Systemeinstellungen → Datenschutz & Sicherheit → FileVault → Aktivieren. Sichere den Wiederherstellungsschlüssel an einem sicheren Ort — nicht auf dem Mac selbst. Mehr zu Sicherheitseinstellungen findest du in unserem Artikel über Mac-Sicherheit.
4. Time Machine Backup einrichten
Ein Backup ist kein “Nice-to-have”, sondern Pflicht. Time Machine ist Apples eingebaute Backup-Lösung und mit Abstand der einfachste Weg, deinen Mac regelmässig zu sichern. Du brauchst dafür lediglich eine externe Festplatte.
So geht’s: Schliesse eine externe Festplatte an → macOS fragt automatisch, ob du sie für Time Machine verwenden möchtest → Bestätige. Falls nicht: Systemeinstellungen → Allgemein → Time Machine → Backup-Volume hinzufügen.
Faustregel: Die externe Festplatte sollte mindestens doppelt so gross sein wie dein interner Speicher. Bei einer 512-GB-SSD also eine 1-TB-Festplatte verwenden.
5. Wichtige Systemeinstellungen anpassen
Die Standardeinstellungen von macOS sind solide, aber ein paar Anpassungen machen den Alltag deutlich angenehmer:
Trackpad
Systemeinstellungen → Trackpad:
- Zeigen und Klicken: Aktiviere “Klick durch Tippen” — dann musst du nicht mehr fest drücken
- Scroll-Richtung: Unter “Scrollen und Zoomen” kannst du die natürliche Scroll-Richtung deaktivieren, falls du von Windows kommst und es anders gewohnt bist
Dock
Systemeinstellungen → Schreibtisch & Dock:
- Grösse: Etwas kleiner machen als Standard — das gibt mehr Bildschirmfläche
- Automatisch ein- und ausblenden: Aktivieren, wenn du maximalen Platz brauchst
- Zuletzt verwendete Programme: Deaktiviere “Letzte Programme im Dock anzeigen” für ein aufgeräumteres Dock
Finder
Öffne den Finder → Finder-Menü → Einstellungen:
- Neues Fenster zeigt: Ändere von “Zuletzt benutzt” auf deinen Home-Ordner oder Schreibtisch
- Dateiendungen: Aktiviere “Alle Dateinamensuffixe einblenden” — so siehst du immer, mit welchem Dateityp du es zu tun hast
- Pfadleiste: Unter Darstellung → Pfadleiste einblenden — zeigt dir immer, wo du dich befindest
6. iCloud einrichten und Speicher konfigurieren
Wenn du dich mit deiner Apple-ID angemeldet hast, ist iCloud bereits aktiv. Aber es lohnt sich, die Einstellungen genau durchzugehen:
So geht’s: Systemeinstellungen → [Dein Name] → iCloud. Hier siehst du, welche Dienste synchronisiert werden. Unsere Empfehlung:
- Fotos: Aktivieren, wenn du deine Fotos auf allen Geräten haben willst
- iCloud Drive: Aktivieren für Dateizugriff überall — aber deaktiviere “Schreibtisch & Dokumente”, wenn du nicht willst, dass alles automatisch in die Cloud wandert
- Passwörter & Schlüsselbund: Unbedingt aktivieren — dein eingebauter Passwort-Manager
- Wo ist?: Aktivieren, damit du deinen Mac bei Verlust orten kannst
Wenn du das Maximum aus iCloud rausholen möchtest, schau dir unseren ausführlichen Artikel iCloud richtig nutzen — so sparst du Speicher an.
7. Must-have Apps für den Einstieg
macOS bringt vieles mit, aber ein paar zusätzliche Apps machen das Erlebnis komplett:
- Browser: Safari ist bereits dabei und auf dem Mac am sparsamsten mit Akku und Ressourcen. Falls du Chrome brauchst (z.B. für bestimmte Web-Apps), installiere ihn als Zweit-Browser.
- Office: Apple liefert Pages, Numbers und Keynote kostenlos mit. Brauchst du Microsoft Office, gibt’s das als Abo (Microsoft 365) oder als Einmalkauf. LibreOffice ist die kostenlose Alternative.
- Kommunikation: Die Nachrichten-App, FaceTime und Mail sind vorinstalliert. Für Zoom, Teams oder Slack lohnt sich der Download aus dem App Store oder von der Hersteller-Website.
- Notizen: Die Apple Notizen-App ist mittlerweile sehr gut — mit Ordnern, Tags, Scans und sogar Tabellen. Für komplexere Notizen sind Bear oder Obsidian beliebte Alternativen.
- Passwörter: Die eingebaute Passwörter-App (ab macOS Sequoia) reicht für die meisten Nutzer. Sie synchronisiert sich via iCloud Schlüsselbund über alle Apple-Geräte.
Tipp: Installiere Apps wenn möglich über den App Store — so werden sie automatisch aktualisiert und sind sicher.
8. Tastaturkürzel die du sofort lernen solltest
Tastaturkürzel machen dich am Mac deutlich schneller. Diese solltest du von Tag eins kennen:
| Kürzel | Funktion |
|---|---|
| Cmd + C / Cmd + V | Kopieren / Einfügen |
| Cmd + Z | Rückgängig machen |
| Cmd + Space | Spotlight-Suche öffnen — dein schnellster Weg zu Apps, Dateien und Rechnungen |
| Cmd + Tab | Zwischen offenen Apps wechseln |
| Cmd + Q | App komplett beenden (nicht nur Fenster schliessen!) |
| Cmd + W | Aktuelles Fenster / Tab schliessen |
| Cmd + , | Einstellungen der aktuellen App öffnen |
| Cmd + Shift + 3 | Screenshot des ganzen Bildschirms |
| Cmd + Shift + 4 | Screenshot eines Ausschnitts |
| Ctrl + Space | Tastatursprache wechseln (wenn mehrere aktiv) |
Merke: Auf dem Mac ersetzt die Cmd-Taste (⌘) die Ctrl-Taste von Windows. Also: Cmd + C statt Ctrl + C. Die Ctrl-Taste gibt es auf dem Mac auch, aber sie hat eine andere Funktion.
9. Anmeldeobjekte im Griff behalten
Schon beim Einrichten der ersten Apps nisten sich manche Programme in die Anmeldeobjekte ein — sie starten also automatisch beim Hochfahren. Das bremst den Mac mit der Zeit spürbar aus.
So geht’s: Systemeinstellungen → Allgemein → Anmeldeobjekte. Prüfe regelmässig, was hier eingetragen ist, und entferne alles, was nicht beim Start laufen muss. Typische Kandidaten: Cloud-Dienste, die du nur selten nutzt, Update-Helfer und Messenger-Apps.
Mehr dazu, wie du deinen Mac dauerhaft schnell hältst, findest du in unserem Artikel Mac langsam? 5 Tipps die sofort helfen.
10. Tipps für Umsteiger von Windows
Der Wechsel von Windows zu macOS fühlt sich anfangs ungewohnt an — aber nach einer Woche geht es in Fleisch und Blut über. Die wichtigsten Unterschiede:
- Fenster schliessen ≠ App beenden: Wenn du das rote X klickst, schliesst du nur das Fenster. Die App läuft weiter. Zum Beenden: Cmd + Q oder Rechtsklick im Dock → Beenden.
- Kein Ausschneiden von Dateien: Im Finder kopierst du Dateien mit Cmd + C und verwendest dann Cmd + Option + V zum Verschieben (statt Ausschneiden/Einfügen).
- Programme installieren: Die meisten Programme lädst du als .dmg herunter. Öffne die Datei und ziehe die App in den Programme-Ordner. Kein klassisches “Installieren” nötig.
- Rechtsklick: Zwei Finger auf dem Trackpad tippen — oder Ctrl + Klick.
- Taskmanager: Der “Activity Monitor” (Aktivitätsanzeige) ist das Pendant. Finde ihn am schnellsten über Spotlight: Cmd + Space → “Aktivitätsanzeige”.
Tipp: Gib dir eine Woche — danach möchtest du nicht mehr zurück. Versprochen.
Brauchst du Hilfe bei der Einrichtung?
Keine Lust, dich durch alle Einstellungen alleine zu kämpfen? Wir richten deinen neuen Mac gemeinsam ein — vor Ort in Zürich oder per Remote-Support. In unserem Vor-Ort-Support für Privatpersonen kümmern wir uns um alles: von der Ersteinrichtung über die Datenmigration bis hin zu einem sauberen Backup-Setup.
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